In der Zeit des Kalten Krieges wurde auf Hessens höchstem Berg eine Radaranlage betrieben, zu der auch eine Notstromanlage gehörte. Nach der Wende bot sich der ÜWAG die Chance, die starken Dieselmotoren des Notstrom-Kraftwerks so umzurüsten, dass sie mit reinem, unbehandeltem Rapsöl laufen. Die bei der ganzjährigen Stromerzeugung entstehende Wärme wird zum Beheizen der zahlreichen Gebäude auf der Wasserkuppe genutzt (Kraft-Wärme-Kopplung). Zur Verteilung der Wärme hat die ÜWAG ein Fernwärmenetz von ca. 1,4 km Länge aufgebaut. Das Rapsöl-BHKW wird seit dem 31.12.2005 von der ÜWAG-Tochter SynEnergie GmbH betrieben.
Strom und Wärme aus dem nachwachsenden Rohstoff Rapsöl - umweltgerechter geht es nicht!
Chance für die Landwirtschaft
Die Menge des nun Jahr für Jahr auf der Wasserkuppe benötigten Rapsöls entspricht dem Ertrag von über 400 Hektar Fläche und wird in der heimischen Region eingekauft. Diese zusätzliche Einnahmequelle stärkt die Landwirtschaft im Biosphärenreservat Rhön.
Stark beachtetes Modell
So trägt unser Rapsöl-BHKW auf dem "Berg der Flieger" erheblich dazu bei, den Einsatz von Pflanzenöl voranzutreiben. Zu Recht gilt die von der ÜWAG für die Wasserkuppe gefundene Lösung in Fachkreisen als vorbildlich. Ein überzeugendes Beispiel für Innovationskraft.
Spitzentechnik auf einen Blick:
- zwei umgerüstete Dieselmotoren
- thermische Gesamtleistung 956 kW
- elektrische Gesamtleistung 820 kW
- Wirkungsgrad ca. 85 %
- Pufferspeicher 13 m³
- zwei zusätzliche Spitzenkessel
- Inbetriebnahme 2002/2003