Heute ist es eine Selbstverständlichkeit: Man betätigt einen Schalter - und der Strom fließt und sorgt für Licht oder setzt ein Gerät in Gang. Kaum jemand denkt darüber nach, wie der Strom eigentlich ins Haus kommt.
Für alle, die wissen möchten, welchen Weg die elektrische Energie von der Erzeugung bis zur Verbrauchsstelle zurücklegt, halten wir hier ein Schaubild bereit. Sie werden sehen: Der Strom legt viele Etappen zurück, bis er Ihnen zu Diensten steht.
Transport der elektrischen Energie
In den Generatoren der Großkraftwerke (in der Regel Wärmekraftwerke) wird die elektrische Energie mit 21.000 Volt erzeugt. Transformatoren wandeln diese Spannung in Hoch- und Höchstspannung von 110.000 bis zu 380.000 Volt um, weil sich so die elektrische Energie mit geringeren Verlusten über lange Strecken zum Verbraucher transportieren lässt. Eine ganze Kette von Transformatoren sorgt dafür, dass die Hochspannung bis zur Haushaltssteckdose auf die Gebrauchsspannung von 230 Volt bzw. 400 Volt herabgesetzt wird.
Die in Großkraftwerken erzeugte elektrische Energie nimmt in der Regel das Verbundnetz auf, das mit Wechselspannungen von 380.000 Volt (380 kV) bzw. 220.000 Volt (220 kV) betrieben wird.
Ein Umspannwerk – überwiegend als Freiluftanlage ausgeführt – wandelt die Wechselspannung von 380 kV bzw. 220 kV um. Mit 110 kV erfolgt die weitere regionale Verteilung des Stroms zu den Umspannwerken von 110 kV auf 20 kV. Diese Umspannwerke werden in ländlichen Gebieten in 110-kV-Teil als Freiluftanlagen, in Städten und Ballungsgebieten meist als Innenraumanlage ausgeführt. Der 20-kV-Teil ist immer in einem so genannten Schalthaus untergebracht. Von hier aus führen die 20 kV-Leitungen in alle Richtungen. Soll z. B. ein weit entferntes Dorf oder ein sonstiger Abnehmer versorgt werden, so erfolgt dies in der Regel mittels einer 20-kV-Freileitung mit Masten aus Beton, Stahl oder Holz. Das Gleiche gilt auch für die Verbindung der 20-kV-Schalthäuser sowie der Transformatorenstationen untereinander.
In einer Stadt, auch in einem großen Dorf, gibt es eine ganze Reihe solcher Transformatorenstationen, Trafohäuser genannt. Es sind dies entweder die Turmstationen mit ihren Freileitungen oder die Kabelstation bei verkabelten Netzen. Kabelstationen sind auf den ersten Blick nicht zu erkennen, weil sie auch als Garagenstation gebaut werden und in einem Gebäude, z. B. in einem Wohnblock, in einer Fabrik oder einem Krankenhaus untergebracht werden können.
In einer Trafostation befindet sich in jedem Fall ein Transformator (je nach Netzbelastung sind auch manchmal mehrere von unterschiedlicher Größe vorhanden), der die Spannung von 20 kV auf 0,4 kV herabsetzt. Da es sich um Drehstromsysteme mit vier Leitern handelt, können den Stromkunden sowohl 230 Volt als auch 400 Volt zur Verfügung gestellt werden. Man bezeichnet deshalb das 0,4-kV-Netz auch als Niederspannungsnetz (230/400 V).
Die Verteilung der Niederspannung erfolgt besonders bei höherem Leistungsbedarf meist über Kabel, nur in älteren Ortsnetzen und in ländlichen Gegenden mit weit auseinander gezogenen Abnahmestellen über Freileitungen (Dachständer).
Quelle: Hauptberatungsstelle für Elektrizitätsanwendung - HEA - e. V., Frankfurt am Main